Taxiregulierung: Weniger wäre mehr

Das neue Taxi-Gesetz von François Bausch hat das Vorhaben mit punktuellen Änderungen die Preise auf dem Markt hinunter zu drücken und den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Die Regierung ist leider weit davon entfernt das eigentliche Problem zu erkennen.

Keine Überraschung eigentlich dass die luxemburger Taxivertretung das Gesetz des Verkehrsministers begrüßt, denn eines bleibt sicher: Die Bekämpfung derer die günstiger fahren, die Einteilung des Landes in Zonen und das Lizenzverfahren stärken ihre Vormacht auf diesem Markt. Die Vertretung ist dabei nichts anderes als das Sprachrohr dominanter Unternehmen, die Macht über Verbraucher und Wettbewerb ausüben.

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Die Enstehung des Schwarzmarktes ist hierfür nur sinnbildlich. Die innerstädliche Taxinutzung ist überteuert, eine Verbindung zwischen Stadt und Dorf ist unbezahlbar. In unseren Nachbarländern ist die Handy-App Uber auch deshalb immer beliebter, über die man als Privatperson unkomplizierte Kunden findet die für wenig Geld ihr Ziel erreichen möchten. Die Bürger wehren sich gegen Monopole mit ihren eigenen Mitteln.

Die richtigen Einschätzungen hat derweil Max Hahn in einer rezenten Tribune libre auf Radio 100,7 gemacht, in der er die Deckelung der Lizenzenquantität und die Einteilung in Frage stellte:

Et muss een an Zukunft hannerfroen ob et net méi sënnvoll wier, aus dem ganzen Land just eng eenzeg Zon ze maachen an d’Begrenzung vun de Lizenzen opzehiewen. De Staat schreift jo och net vir wéi vill Elektriker wou am Land schaffen däerfen, oder wéi vill Restauranten an der Stad däerfen opmaachen.

Wie wäre es, wenn wir es mal mit etwas unversuchtem versuchen: Freier Markt. Wenn die Taxivertretung sich gleichzeitig über Konkurrenz beschwert die sich nicht an die Regeln hält, die Vertretung sich selbst schon jahrelang beschwert dass es zu großen administrativen Aufwand gibt und die Kunden sich darüber beschweren, dass Taxi fahren ein Luxusgut geworden ist, dann sind vielleicht die Regeln das eigentliche Problem. Es gilt nicht die Lizenz unaufwändiger zu verteilen, sondern es geht darum die Lizens an sich in Frage zu stellen.

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Taxiunternehmer proftitieren auf unfaire Art und Weise davon, dass ihr Berufsstand vom Staat reguliert und dadurch geschützt, privilegiert wird. Dies gilt im übrigen auch für andere Berufsarten (in auffälligster Manier für das Notariat). Der Vorschlag deshalb: Deregulieren wir endlich diesen von großen Unternehmen zersetzten Teil des Marktes; lassen wir engagierte und einfallsreiche Bürger mit ihnen konkurrieren.  Wer sich dann durchsetzen wird, wird sich zeigen, aber wenn wir uns das Beharren auf das Beibehalten der Lizenzen von seitens der Großunternehmen anschauen, dann habe ich da schon meine ganz eigenen Eindrücke…

In diesem Sinne, gute Fahrt.


Dieser Artikel wurde am 13/03/2015 im Lëtzebuerger Journal veröffentlicht.

Pictures are Creative Commons.

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2 thoughts on “Taxiregulierung: Weniger wäre mehr

  1. Herr Wirtz,
    Ich danke ihnen für die Aufmeksamkeit die sie unserer Tätrigkeit geben. Ich merke aber das sie überhaupt nicht verstehen wie das Taxiwesen in Luxemburg reglementiert ist und wie es besser gemacht werden könnte. Sie sprechen über UBER, unterstützen sie die Schwarzarbeit? Uber ist in allen Europäischen Länder in Gerichtsverfahren und sogar auch schon beschuldigt und bestraft worden.
    Es gibt viele Möglichkeiten es besser zu machen und Lösungen haben wir auch dafür. Ich würde mich freuen wenn wir uns mal unterhalten könnten über all diese Themen so dass wir unsere Erfahrungen und Ideen weiter ausbauen könnten. Ich hatte auch schon ein Gepräch mit Herr Hahn über dieses Thema.
    Bitte nenen sie mir ihre Verfügbarkeit und ich bin mir sicher dass wir zusammen eine gutes und konstruktives Gespräch haben können. Olivier Gallé. Tel: 483131, Email: olivier.galle@colux.lu

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